Freiplatzaktion Zürich
Die Freiplatzaktion Zürich (FPA) setzt sich als unabhängiger Verein für eine menschliche Asyl- und Migrationspolitik ein. Menschlich bedeutet dabei, sich in der rechtlichen und politischen Arbeit an den Anliegen und Bedürfnissen der asylsuchenden und migrierten Menschen zu orientieren. Dazu gehört auch das Engagement für einen uneingeschränkten Zugang zu Rechten sowie für vollumfängliche Partizipationsmöglichkeiten
Die FPA setzt sich für die Wahrnehmung und Durchsetzung der Rechte von asylsuchenden und migrierten Menschen ein. Hierzu bietet sie eine professionelle und staatlich unabhängige Rechtsberatung an, trägt rechtliche Missstände in die Öffentlichkeit und engagieret sich in lokalen und nationalen politischen Projekten. Diese Arbeit verstehet sie als aktivistische Rechtsarbeit.
Finanziert wird die FPA als gemeinnütziger Verein mehrheitlich über private Spenden. Jeder Beitrag trägt unmittelbar dazu bei, die Rechte von Asylsuchenden und migrierten Menschen durchzusetzen und zu stärken.
Captain Support
Captain Support : Unter diesem Motto versammeln sich Rechtsanwält*innen, Aktivist*innen und Betroffene um gemeinsam gegen Kriminalisierung von Migration und Migrant*innen anzukämpfen. Im Fokus stehen dabei die tausenden Menschen, die wegen "Facilitaition of illegal Entry" (Erleichterung der illegalen Einwanderung) und Menschenschmuggel in den Knast wandern: In Griechenland und Italien werden von jedem migrantischen Boot zwei oder mehr Personen angeklagt und ins Gefängnis gesteckt. Sie haben oft keinen Zugang zu angemessenem Rechtsbeistand, Informationen über ihre Grundrechte oder jegliche Form von Unterstützung
Das Netzwerk "Captain Support" ist eine Plattform der Solidarität um die Betroffenen mit lokalen Unterstützungsnetzen und Anwält*innen in verbindung zu bringen. Captain Support versucht auch die Regionen miteinander zu vernetzen, Migrant*innen bereits vor der Abfahrt über die Gefahren zu informieren (bspw. durch Videos in zahlreichen Sprachen) und praktische Unterstützung zu mobilisieren (bspw. durch rechtlichen Support).
Die Gelder fliessen unter anderem in den Prozess rund um das Pylos Shipwreck (die Kampagne dazu wird in Kürze lanciert), in den Kampf um die Freilasung von Homayoun und in das From Sea to Prison Projekt in Italien (Recherchebericht und Projekt/Folgeprojekte ).
Operation Moonbird
Die Operation Moonbird war ein Projekt der Stiftung HPI (Humanitarian Pilots Initiative) . Dieses organisierte eine zivile Luftaufklärung über dem Mittelmeer. Ziel war es, die Position und den Zustand der Flüchtlingsboote schnell zu erkennen und der Rettungsleitstelle und den Hilfsorganisationen vor Ort zu melden, damit diese möglichst effektiv helfen können. Denn dem Flugzeug kann in kürzerer Zeit ein viel grösseres Gebiet abgesucht werden als mit dem Schiff und somit können mehr Menschenleben gerettet werden.
Heute führt die HPI dieses Projekt unter dem Namen Central Mediterranean Civil Monitoring Operation fort.
Welcome to Europe
Das Projekt „Welcome to Europe“ und die dazugehörige Internetseite w2eu.info informiert schon seit langem in einer verständlichen Sprache und unabhängig über die Rechte von Geflüchteten in Europa. Der mehrsprachige Webguide entstand nach dem Sommer 2009 aus den Erfahrungen und Kämpfen die das nobordercamp in Lesbos mit sich brachte. Die Gruppe von transnationalen Aktivist*Innen und Geflüchteten betreibt seitdem eine Webseite die von bis zu 100`000 Menschen pro Monat aufgesucht wird und bietet damit Geflüchteten Informationen, die auf ihrer Reise nach und durch Europa nützlich sein könnten. Das Ziel des Projekts ist es Zugang zu Beratung und nützlichen Kontakten in verschiedenen europäischen Ländern zu ermöglichen. Von Anfang an gehen viele Kräfte an den Außengrenzen Europas in eine menschenverachtende Richtung: Den Menschen wird die Einreise verweigert, sie werden eingesperrt und abgeschoben. Trotz alledem setzen sich Menschen diesen Risiken aus. Es gibt Bewegungen, die sie in ihrem Kampf für ein besseres Leben unterstützen. Das Netzwerk von w2eu.info ist Teil davon und diese engagierten Menschen haben ausser privaten Spenden keine finanzielle Unterstützung.
Solidarity at Sea
Die Crew des Schiffes IUVENTA hat im Mittelmeer 14’000 Menschen das Leben gerettet, dafür droht ihnen eine Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren. Die Aufarbeitung und Widerlegung der Vorwürfe ist Schwerpunkt des Kollektivs „IUVENTA – Solidarity at Sea “ (Solidarität auf See).
Nicht nur Geflüchtete, sondern auch Menschen die sich mit ihnen solidarisieren, werden systematisch kriminalisiert. In der EU sind inzwischen insgesamt über 100 Personen wegen „Solidaritätsverbrechen“ angeklagt. Einige die es besonders hart getroffen hat, sind die Leute, die mit viel persönlichem Einsatz der Pflicht nach der Rettung von Menschenleben im Mittelmeer nachgekommen sind. Am 2. August 2017 wurde das Boot IUVENTA in Lampedusa als vorbeugende Maßnahme von den italienischen Behörden beschlagnahmt, um „mögliche Straftaten“ zu verhindern. Im Juni 2018 leitete die Staatsanwaltschaft in Italien strafrechtliche Ermittlungen gegen Rettungskräfte ein – darunter zehn IUVENTA-Besatzungsmitglieder. Den zehn Aktivist*Innen der Bootscrew drohen nun bis zu 20 Jahren Haft. An Bord der IUVENTA arbeiteten von Juni 2016 bis August 2017 insgesamt 16 Crews mit mehr als 200 Freiwilligen aus mehreren EU-Ländern. Diese gemeinsame Anstrengung ermöglichte es, dass ein paar hundert Freiwillige mit minimalen Mitteln und einem 33 Meter langen, alten Fischereifahrzeug mehr als 14.000 Menschen in Seenot retteten. Nach der Beschlagnahmung der IUVENTA im August 2017, als die Rettungseinsätze von den italienischen Behörden behindert wurden, waren die Crew und eine große Anzahl von Besatzungsmitglieder entschlossen, den anhaltenden Kampf um die Rechte der Migrant*Innen fortzusetzen. Das Kollektiv IUVENTA – Solidarity at Sea wurde geboren. Weil die Rettungseinsätze mit der IUVENTA nicht fortgesetzt werden konnten, liegt der Schwerpunkt nun auf der Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Politik einerseits und der Unterstützung anderer NGOs wie Sea-Watch, Mission Lifeline und Sea Eye andererseits.
CADUS
CADUS ist eine gemeinnützige und unabhängige Hilfsorganisation, die innovative und nachhaltige Projekte mit dem Schwerpunkt auf medizinischer Versorgung initiiert. Im Mittelpunkt steht dabei die bedarfsgerechte Hilfe zur Selbsthilfe. Die Entwicklung der Projekte basiert auf den vielfältigen beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen des Teams. Die fachübergreifende Kooperation mit zahlreichen Partner*innen ist dazu ebenso selbstverständlich wie die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte.
Effektive Zusammenarbeit, Interdisziplinarität und kritische Reflexion der bisher gängigen NGO-Praxis sowie eine frühzeitige Einbindung lokaler Communities gehören zu den zentralen Werten von CADUS. Das Fundament dieser Arbeit bildet ein großes Netzwerk an tatkräftigen Unterstützer*innen und Spender*innen aus der Zivilgesellschaft.